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Giebel

Giebel

Der Giebel (Carassius gibelio) ist ein robuster Karpfenfisch, der ursprünglich aus Osteuropa und Asien stammt und sich inzwischen in nahezu ganz Mitteleuropa etabliert hat. Er ähnelt der heimischen Karausche stark und wird oft mit ihr verwechselt, ist aber im Rücken höher gewölbt und hat eine leicht konkav eingebuchtete Rückenflosse.

Giebel gehören zu den widerstandsfähigsten heimischen Fischen überhaupt. Sie ertragen Sauerstoffmangel, starke Verschmutzung und sogar zeitweiliges Austrocknen ihres Gewässers besser als fast jede andere Art – deshalb besiedeln sie oft kleine, wenig durchströmte Teiche und Gräben, in denen andere Fische nicht überleben würden.

Biologisch bemerkenswert ist die Fortpflanzung vieler Giebel-Populationen: Sie bestehen teils fast ausschließlich aus Weibchen, die sich per Gynogenese vermehren. Dabei regt der Samen eines Männchens – oft sogar einer anderen Karpfenfisch-Art – die Eientwicklung nur an, ohne dass sein Erbgut eingebaut wird. Der Nachwuchs ist dadurch genetisch nahezu identisch mit der Mutter.

Giebel werden 20 bis 40 Zentimeter lang und können bis zu 3 Kilogramm schwer werden, in Ausnahmefällen auch mehr. Sie ernähren sich von Kleinlebewesen, Pflanzenmaterial und Detritus am Gewässergrund.

Zum Fangen eignen sich klassische Grundmontagen mit Made, Wurm, Mais oder Teig. Giebel beißen oft vorsichtig und zupfend, ähnlich wie Karauschen – eine feine Bissanzeige zahlt sich aus. Besonders in kleinen, warmen Gewässern sind sie häufig die verlässlichste Fangart, wenn andere Arten wegen niedrigen Sauerstoffgehalts zurückhaltend sind.